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Passion im Exil
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Mit »Passion im Exil« werden Werke von drei Komponisten zusammengeführt, die Opfer von
Aufführungsverbot und Ausgrenzung durch das NS-Regime geworden sind. Felix Mendelssohn Bartholdy starb bereits 86 Jahre vor der
Machtergreifung der Nationalsozialisten, die ihn aufgrund seiner jüdischen Wurzeln aus der deutschen Kulturgeschichte streichen wollten.
Zwar war Mendelssohn Bartholdy protestantisch erzogen worden, sein Großvater, der berühmte Philosoph Moses Mendelssohn, aber war
Jude. Es wird heute viel spekuliert, ob Mendelssohn diesen konfessionellen Zwiespalt in seinem Oratorium Christus verarbeiten
wollte, der als letzter Teil einer Trilogie die Welt des Alten Testaments (Elias) und die des Neuen Testaments (Paulus) verbinden sollte - und
somit auch Judentum und Christentum. |
Christus blieb ein Fragment, da Mendelssohn Bartholdy noch vor der Vollendung des Werkes 1847 starb.
Genau 100 Jahre später schrieb Arnold Schönberg das Melodram Ein Überlebender aus Warschau
in den USA. Dorthin war er emigriert, nachdem ihm 1933 seine Stelle an der Akademie der Künste in Berlin vom NS-Regime entzogen worden war.
Er nahm formell wieder den jüdischen Glauben an, den er in seiner Jugend aufgegeben hatte. Ein Überlebender aus Warschau
thematisiert die Erfahrungen eines Mannes im Warschauer Ghetto und die Niederschlagung des Aufstandes und gilt als eine der wichtigsten
musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust.
Auch Paul Hindemith ging 1938 ins amerikanische Exil. Seine Kompositionen wurden seit
den 1930er Jahren aus den Programmen entfernt, er wurde von Reichspropagandaminister Goebbels als »atonaler Geräuschemacher«
beschimpft, und in der Ausstellung »Entartete Musik« fand sich ein ausdrücklicher Verweis auf die jüdische Abstammung seiner
Ehefrau Gertrud. Daraufhin emigrierte das Ehepaar in die USA, wo Hindemith den Kompositionsauftrag für ein großes Chorwerk erhielt und
When Lilacs last in the Dooryard Bloom'd - A Requiem for Those We Love für den verstorbenen US-Präsidenten Franklin D.
Roosevelt komponierte.
Freitag, 27. März 2009, 20 Uhr, Berliner Dom*
Sonnabend, 28. März 2009, 20 Uhr, Thomaskirche Leipzig**
Passion im Exil
Felix Mendelssohn Bartholdy: Christus (Passionsteil)
Paul Hindemith: Requiem
Arnold Schönberg: Ein Überlebender aus Warschau
Annette Markert (Mezzosopran)
Simon Wallfisch (Tenor)
Daniel Blumenschein (Bariton)
Friedhelm Eberle (Sprecher)
amici musicae, Chor & Orchester, Leipzig
Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach«
Musikalische Leitung: Ron-Dirk Entleutner

*Karten für das Konzert in Berlin bei ticketonline.com
**Karten für das Konzert in Leipzig zu 20,-/12,- EUR (ermäßigt 12,-/8,- EUR) erhalten Sie
an allen bekannten Vorverkaufsstellen und über unser
»Online-Bestellformular«.
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amici macht Schule! Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. |
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Studenten kommen zu zweit! Ein Student bezahlt ermäßigt - der zweite kommt gratis mit. |
Diese Aktionen gelten nur für das Konzert in Leipzig.

Ermäßigung gegen Vorlage entsprechender Nachweise für Vereinsmitglieder, Schüler und Studenten,
Wehr- und Zivildienstleistende, Rentner, Schwerbehinderte und Inhaber des Leipzig-Passes
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Einen Überblick über die Konzertreihe gibt Ihnen
»15 Jahre amici musicae«.
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